Neu auf Schiffstester.de: Der AIDA-Guide. In dieser neuen Reihe gebe ich Euch jede Menge Tipps rund um AIDA. Bevor es allerdings an die konkrete Reiseplanung geht, gibt's hier erstmal die zehn größten AIDA-Irrtümer. 

1. Auf den AIDAs gibt's nur junge Leute

Nur junge Leute auf der AIDA – das mag in der Anfangszeit so gewesen sein (die erste AIDA-Kreuzfahrt startete 1996). Mit dem Wachstum der AIDA-Flotte hat sich AIDA allerdings immer mehr dem Mainstream angenähert, um auch breitere Bevölkerungsschichten zu erreichen. War es auch bei meiner ersten AIDA-Kreuzfahrt 2003 noch üblich, dass das Personal die Gäste duzte, ist das seit mehreren Jahren anders. Standard ist das „Sie“ – duzt allerdings der Urlauber, dann darf das Personal zurückduzen. Generell kann man sagen, dass das Durchschnittsalter der Gäste je nach Reise sehr unterschiedlich ist. Ein paar Anhaltspunkte:

  • In der Ferienzeit sind logischerweise viele Familien mit Kindern an Bord – dementsprechend jung ist das Publikum dann im Durchschnitt.
  • Je weiter es weg geht (Karibik, Südamerika, Asien), umso jünger sind die Gäste. Klar: Ältere meiden Langstreckenflüge
  • Jüngere Gäste sind im Zweifel eher da, wo es warm ist (Mittelmeer) als da, wo es kalt ist (Nordland).

Wer also jünger ist und kinderlos und gern Menschen gleichen Alters treffen möchte, der fährt also meist dann, wenn keine Ferien sind, es aber trotzdem noch warm ist – im Mittelmeer beispielsweise im Mai oder September).

2. Bei AIDA gilt all inclusive

AIDA ist ja selbst schuld. Da verwenden sie selbst den Begriff „AIDA inklusive“, der suggeriert, es könne sehr viel im Reisepreis enthalten sein. Ganz klar, damit will man zumindest in der Werbung gleichziehen mit Mitbewerber TUI Cruises, der ja ein sehr umfangreiches „Premium Alles Inklusive“ bietet. Kurz gesagt: AIDA bietet das, was man andernorts Vollpension mit Tischgetränken nennt. Mehr ist es nicht. Ok, Trinkgelder sind im Reisepreis auch enthalten – aber das ist eigentlich nur so eine Geschichte internationaler Kreuzfahrtschiffe. Dort gibt es in der Regel eine Art Zwangstrinkgeld – auf das das Personal auch in hohem Maße angewiesen ist (weil sie nur ein niedriges Grundgehalt bekommen). Das sind dann pro Woche durchaus um die achtzig Dollar pro Person, die man schlicht als Bestandteil des Reisepreises sehen muss. Bei AIDA verdient das Personal von vornherein mehr und ist nicht auf ein Trinkgeld angewiesen. Das normale Trinkgeld, das man vergibt, wenn man besonders zufrieden ist (oder aber jemanden gezielt bestechen möchte), das ist auch bei AIDA dennoch gern gesehen. Teilweise stehen dafür auch Sammelboxen bereit (z.B. am letzten Abend in den Restaurants). Was nicht im Preis enthalten ist: Die Getränke an den Bars – und das ist ja unter Umständen schon noch mal ein gewisser Posten. Und das ist auch ein riesiger Unterschied im Vergleich zu TUI Cruises, wo diese Getränke tatsächlich fast alle im Preis enthalten sind.

3. Auf AIDA spricht die Besatzung deutsch

AIDA richtet sich an deutsches Publikum – ausschließlich. „Man spricht Deutsch“ ist das Versprechen und sicher auch ein Grund, warum AIDA so erfolgreich ist. Was aber nicht im Katalog steht: Große Teile der Crew sprechen oder verstehen gar kein Deutsch. Auf Kreuzfahrtschiffen arbeitet in der Regel ein internationaler, bunter Mix an Menschen. Das hat in erster Linie Kostengründe. Und diese Menschen sprechen nicht unbedingt Deutsch. Beispielsweise der Steward, der ihre Kabine reinigt, der Kellner, der Ihren Tisch im Buffetrestaurant abräumt, oder der Barkeeper, der Ihr Bier an der Bar zapft. Einige aus der Crew verfügen zumindest über rudimentäre Deutschkenntnisse und verstehen, wenn Sie ein „Bier“ bestellen. Aber tun Sie denen einen gefallen und bestellen keinen „Himmi“, wenn Sie einen Himbeergeist möchten. Auch häufiges, lautstarkes Wiederholen sorgt nicht dafür, dass man Sie besser versteht.

4. AIDAs sind Luxusliner

Luxusliner – was für ein klangvolles Wort. Allerdings sind die AIDAs keine Luxusliner. Warum das nicht? Ein „Liner“ ist erstmal ein Schiff im Linienbetrieb, also wie eine Fähre gewissermaßen. Außerdem ist AIDA kein Luxusprodukt. Bezogen auf ein Hotel bekäme AIDA wahrscheinlich drei bis vier Sterne – mehr nicht! Das Essen wird ja nun weitgehend in Buffetrestaurants eingenommen – und auch das hat mit Luxus relativ wenig zu tun. Oder wäre für Sie das Restaurant in einem Karstadt-Kaufhaus ein Luxusrestaurant?

5. AIDA ist Aktiv-Urlaub, und man nimmt ab

Zugegeben, ob es dieses Vorurteil wirklich gibt, das lassen wir mal dahingestellt. Sie haben schon die Möglichkeit sich zu bewegen an Bord – es gibt Fitnessstudios, Fitnesskurse, Sie können sogar Radtouren an Land buchen – aber die meisten essen und trinken ja auch während des Urlaubs mehr als sonst. Also mit einer Gewichtsabnahme könnte es schwierig werden. Kleiner Tipp, wenn Sie nach der Reise keine böse Überraschung auf der Waage erleben wollen: Verwenden Sie an Bord einfach nie den Aufzug – und schon bewegen Sie sich in einer Woche AIDA mehr als gedacht.

6. AIDA ist Animation rund um die Uhr

Auf den AIDAs ist es häufiger ruhiger als Sie denken – oder als Sie hoffen, je nachdem. Den Begriff „Animation“ gibt es heute an Bord nicht mehr. Zu negativ sind wohl die Assoziationen, die viele damit verbinden. Aufdringliche, junge Menschen, die einen zu irgendwelchen Spielchen überreden wollen, auf die man gar keine Lust hat. Nein, das gibt es auf AIDA nicht. Es gibt nur noch das Clubteam – die Mitglieder begleiten schon viele Aktivitäten an Bord (z. B. Sportturniere) oder aber die Partys, sind dabei aber nicht aufdringlich. Um gar nicht erst falsche Vorstellungen aufkommen zu lassen, hat sich AIDA mittlerweile vom Begriff „Clubschiff“ in der Werbung verabschiedet.

7. Die großen AIDAs sind besser als die Kleinen 

Wenn Sie sich mit AIDA beschäftigen, dann wird immer wieder Rede sein von den kleineren AIDAs aus den Anfangsjahren (1996 bis 2003; AIDAcara, AIDAvita und AIDAaura) und den großen AIDAs, die zwischen 2007 und 2013 in Dienst gestellt wurden. In diesem Buch werde ich immer wieder auf Punkte eingehen, die sich bei den kleinen und großen AIDAs unterscheiden. Ein wesentlicher Unterschied ist: Die großen AIDAs haben kein eigenständiges Theater mehr, was sehr ungewöhnlich für die Kreuzfahrtschiffe dieser Welt ist. Stattdessen gibt es nur noch ein sogenanntes Theatrium – eben eine Mischung aus Theater und Atrium. Dort sitzt man nicht so gemütlich und entspannt wie im Theater. Dafür kann man während der Show auch etwas an der Bar trinken oder sein Glück im Casino versuchen – während man auf Monitoren weiterhin die Show verfolgt. Ich persönlich ziehe da ein echtes Theater vor!

8. Auf AIDA gibt's Party ohne Ende

Auf den AIDAs wird schon gefeiert, aber in welchem Ausmaß, das ist doch immer unterschiedlich, weil es schlicht von der Altersstruktur der Mitreisenden abhängt. So kann es auch mal sein, dass in der Disko, der Anytime-Bar Abend für Abend gähnende Leere herrscht. Oder aber, dass bei der Poolparty schnell tote Hose herrscht. Da ist es zumindest gut, dass auf Antrag auch Mitglieder der Crew mitfeiern dürfen. Es kann aber durchaus auch andersherum sein.

9. AIDA bietet exzellentes Essen

Wenn man in Kataloge von Reedereien schaut, dann bieten alle, ganz egal welcher Preislage, exzellentes Essen und exquisite Menüs. Das ist natürlich Blödsinn. Das Essen in den Buffetrestaurants auf den AIDAs wird besser sein, als in den meisten Hotels an Land, in denen Sie je waren. Es ist sicherlich auch ganz gut – aber bis zu „exzellent“ ist das ja noch ein gewisser Weg. Was natürlich auch ein Unterschied ist zu Urlaubshotels im Ausland: Es gibt natürlich das, was die Deutschen ganz besonders gern essen. Gegen Aufpreis bekommen Sie aber doch auch Essen, das sicherlich seinesgleichen an Land sucht.

10. Die AIDA-Crew schläft nicht an Bord

Es soll doch Passagiere geben, die tatsächlich fragen, ob denn die Crew auch an Bord schläft. Die Antwort: Es fährt ein weiteres Schiff hinterher, auf das die Besatzung jeden Tag per Hubschrauber gebracht wird. Natürlich nicht. Die Crew übernachtet fast ausnahmslos auf den unteren Decks, unterhalb der Passagierdecks, teilweise auch unterhalb der Wasserlinie.

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