Mein Equipment als Videoblogger

Viele von Euch haben immer mal gefragt: Mit welchem Equipment arbeitest Du eigentlich? Daher dachte ich mir, ich kläre das an dieser Stelle mal auf. Ich liebe Technik – das ist kein Geheimnis – und das sicher auch ein Reiz als YouTuber, dass man sich stets mit der neuesten Technik beschäftigen kann. Aber klar: Am Ende ist der Inhalt immer noch das Wichtigste.

Legen wir mal mit den Kameras los. Da ich ja vor einiger Zeit meine Liebe zu Vlogs entdeckt habe, war die Frage, welche Kamera dafür optimal ist. Kompakt bei toller Bildqualität mit optischem Zoom und klappbarem Display – das waren die Anforderungen. Gelandet bin ich bei der Canon PowerShot G7X Mark II für knapp 600 Euro. Eine Investition, die sich wirklich gelohnt hat! Die Bildqualität ist wirklich überragend, und der Bildstabilisator ist der Hammer. Schade ist, dass man kein externes Mikrofon anschließen kann – die Tonqualität ist okay – mehr nicht. Die dazugehörige App fürs iPhone ist nur so mitteltoll. Ein großes Problem: Fotos und Videos lassen sich nur komprimiert per WLAN von der Kamera aufs iPhone beamen und nicht in voller Qualität. Ein Video, das komplett mit der Kamera entstanden ist, findet Ihr hier.

In den seltensten Fällen nutze ich diese Kamera ohne ein Stativ (zum Festhalten). Meist nutze ich die Kamera mit dem Joby Hybrid Gorillapod. So lässt sich die Kamera unterwegs beim Laufen gut halten – diese Gorillapod-Stative sind aber auch optimal, um die Kamera mal eben an der Reling eines Balkons zu befestigen, um beispielsweise einen Sonnenuntergang als Zeitraffer zu filmen. Nicht so schön: Eines der Beine hat sich schon mal gelöst – das hätte ich bei dem Preis von knapp 40 Euro eigentlich nicht erwartet.

Die Kamera, die mich nun schon am Längsten begleitet, ist die Panasonic HC-X909 – ein ganz klassischer Full-HD-Camcorder. Ich habe immer mal geschaut, ob es Nachfolgemodelle gibt, aber das sieht im Moment eher düster aus. Es kam zwar irgendwann die HC-X929 mit wenigen Änderungen auf den Markt, aber das war es auch schon. Das ist die Kamera, die ich beispielsweise für den Live-Rundgang verwende, um nach vorn zu filmen.

Die zweite Kamera, die ich während des Live-Rundgangs verwende, ist die Canon Legria Mini X. Wesentliche Eigenschaft: Sie ist extrem weitwinklig (quasi wie eine GoPro) – im Gegensatz zu der besitzt sie aber ein klappbares Display und zwei sehr gute Mikrofone. Theoretisch könnte ich diese Kamera auch zum Vloggen verwenden, aber ich finde, man sieht sich diese extrem weitwinkligen Bilder schnell über. Zoomen kann man mit der Kamera nicht wirklich und die Bildqualität hält sich jetzt auch in Grenzen. Seit Anfang 2017 scheint diese Kamera nicht mehr verfügbar zu sein, so populär, wie die bei YouTubern war, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass es keinen Nachfolger geben wird. Ich habe mit Glück diese Kamera übrigens kostenlos erhalten, Canon hatte nämlich damals eine Promotion „Jeder zehnte Käufer bekommt sein Geld zurück“ – und ich hatte tatsächlich Glück!

Für den Live-Rundgang verbinde ich beide Kameras mit einem Gelenkarm, so dass sich beide Kameras übereinander befinden. Im Schnitt schneide ich dann zwischen den Bildern beider Kameras hin und her. Diese Konstruktion habe ich mir irgendwann mal ausgedacht, weil ich nach einer Variante suchte, wie ich so einen Live-Rundgang auch ohne Kameramann bewältigen kann. Bisher habe ich noch niemanden gesehen, der sich auch so eine Konstruktion gebastelt hat.

Wenn es daran geht, Wasserrutschen zu testen auf den Schiffen, dann muss eine wasserdichte Action-Kamera her. Hier ist meine Wahl auf die GoPro Hero Session gefallen, weil die kein zusätzliches Gehäuse benötigt und sehr unkompliziert in der Anwendung ist.

Will man Aufnahmen haben, die besonders wenig wackeln und dabei relativ weitwinklig sind, dann kommt die DJI Osmo (1. Generation) zum Einsatz. Die Bildqualität in Räumen ist nur so mittelgut, und leider sind auch nur Bereiche richtig scharf, die mindestens anderthalb Meter entfernt sind. Die Stabilisierung ist einfach der Hammer – zumindest wenn man etwas geübt hat, wie man beim Dreh gehen muss. Diese Kamera kommt zum Einsatz, wenn ich einen kompakten Rundgang produziere – da sieht es dann zuweilen so aus, als würde ich durch das Schiff fliegen.

Die letzte Kamera ist die Kamera, die ich im Zweifel immer dabei habe – mein Smartphone, das iPhone 7 Plus – die Bildqualität ist mittlerweile wirklich überragend. Viele Fotos für Facebook entstehen damit – Videos gar nicht so häufig, weil ich meist doch eine der anderen Kameras dabei habe, die je nach Anwendungsfall besser geeignet sind. Livestreams für Facebook oder YouTube sende ich in der Regel auch über mein Smartphone.

Für den guten Ton am Smartphone sorgt das Røde SmartLav+ – dieses Lavaliermikrofon habe ich fast immer dabei. Beim Live-Rundgang nehme ich damit auch den Ton auf (während der Ton auf dem iPhone aufgezeichnet wird). Haken: Beim aktuellen iPhone braucht man einen Klinke-auf-Lightning-Adapter um das Mikrofon anschließen zu können.

Mache ich Interviews beispielsweise, dann braucht man ein Handmikrofon. Ich habe mich für das iRig Mic HD entschieden. Auch hier wird er Ton auf dem iPhone aufgezeichnet – und die Tonspur wird später mit den Videoaufnahmen synchronisiert. Es ist etwas anfällig für Ploppgeräusche – aber ansonsten bin ich damit recht zufrieden. Es wird außerdem per Lightning-Stecker ans iPhone angeschlossen, so dass kein Adapter nötig ist.

Was ich für Interviews ohne Kameramann zwingend benötige, ist ein Stativ. Oberste Anforderung war, dass das Stativ möglichst leicht ist. Daher fiel die Wahl auf das Manfrotto BeFree Live. Es wiegt nur 1,8 Kilo und hat ein Packmaß von lediglich 40 Zentimetern. Dafür ist im Koffer bei mir immer noch Platz.

Geht es darum mit der Kamera eine Person, die spricht und sich bewegt zu begleiten, dann kommt meine Funkstrecke zum Einsatz. Da verwende ich das RødeLink-Filmmaker-Pack.

Geht es darum mal Sprachaufnahmen zu machen in besonders hochwertiger Qualität (ohne, dass ich zu sehen bin), dann greife ich zu meinem Großmembranmikrofon Røde NT1-A. Leider habe ich keine Aufnahmekabine, aber stattdessen soll bei mir der Reflexion Filter von SE Electronics für die gute Akustik sorgen – diese Kombination steht bei mir zu Hause in meinem Kleiderschrank – das klingt gar nicht schlecht.

Das Videos schneide ich mit Final Cut Pro X auf einem MacBook Pro (13 Zoll) aus dem Jahr 2013. Das ist mittlerweile mein einziger Rechner, ich hatte noch einen iMac (27 Zoll), den ich mittlerweile verkauft habe). Trick 17: Ich erweitere die Displayfläche um mein iPad Air 2. Das ist mit dem Programm duet problemlos möglich. iPad und MacBook Pro verbinde ich mit dem Mountie Side-Mount Clip von Ten One Design – das funktioniert ganz wunderbar.

Da ja das Arbeiten am Notebook normalerweise eine eher schlechte Haltung bedeutet, bin ich nach einiger Recherche auf den Nexstand gestoßen – ein Notebook-Ständer, der sich besonders klein zusammen falten lässt.

Was beim Arbeiten mit Ständer natürlich nötig sind: Externe Maus und Tastatur – die Magic Mouse 2 und das Magic Keyboard von Apple. Beides Geräte (wie bei Apple üblich) für einen absurd hohen Preis – aber immerhin kommen Tastatur und Mouse mittlerweile mit eingebautem Akku. Zusätzlich nutze ich eine externe SSD mit 500 GB Speicherplatz (LaCie Rugged Thunderbolt).

Was beim Videoschnitt in der Öffentlichkeit natürlich nötig ist: Ein Kopfhörer. Hier verwende ich ein Bluetooth-Modell, das extrem kompakt ist – und zwar den noch recht neuen „The Headphone“ von Bragi.

Das ist es also – mein Equipment. Ihr seht, da kommt einiges zusammen. Das ein oder andere Stück wäre da sicherlich entbehrlich, weil die Funktion auch andere Geräte aus meinem Bestand übernehmen könnten. Aber, wie gesagt, mir macht der Umgang mit Technik einfach Spaß!

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By | 2017-01-31T12:30:57+00:00 Januar 31st, 2017|Blog|0 Kommentare

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