Es ist Freitag, der 24. Juli 2020, in diesen Minuten betrete ich die Mein Schiff 2 – das erste Hochsee-Kreuzfahrtschiff für mich seit viereinhalb Monaten. Und auch wenn vereinzelt schon Hochseeschiffe fahren, beispielsweise von Ponant, ist das heute nunmal der Neustart im Massenmarkt. Es ist eben doch das erste der größeren Schiffe, das heute wieder an den Start geht. 

In den vergangenen Wochen habe ich viel darüber berichtet, wie sie aussehen wird, die Kreuzfahrt zu Corona-Zeiten. Neben vielen Einschränkungen wird’s bei einer Belegung von maximal 60 Prozent zunächst aber erstmal ungewohnt leer werden an Bord – und das ist etwas, was man sich in der Theorie nicht so gut vorstellen kann, das muss man erlebt haben – und deswegen probiere ich es ab heute für Euch aus. 

Natürlich sind Kreuzfahrten ohne Landgang alles andere als optimal – „viele Orte erleben und nur einmal den Koffer auspacken“ – so erkläre ich immer, warum Kreuzfahrten so populär sind. Und wenn ausgerechnet das nun entfällt, ist das ungünstig. Auch das Kennenlernen von anderen Menschen an Bord – für viele auch extrem wichtig – ist erstmal nicht vorgesehen. 

Machen wir uns nichts vor: Das alles macht Kreuzfahrten aktuell erstmal nur zu einem mittelattraktiven Produkt. Zumindest auf den größeren Schiffen – bei Expeditionsschiffen gibt es teilweise schon wieder Anlandungen mit den Zodiacs (den motorisierten Schlauchbooten). Das ist doch schon mal was! 

Schaue ich mir Social-Media-Kommentare an, dann gibt es da öfter Stimmen in der Art „Die sollen doch einfach alle Reisen absagen, das wird nichts mehr in diesem Jahr.“ Diese Kommentatoren verkennen, dass die Reedereien aktuell ums Überleben kämpfen – auch wenn sie das nicht so direkt sagen. Die Kunden sollen ja nicht noch mehr verunsichert werden. Nichts zu machen ist für die Reedereien aber natürlich keine Option – und so wird sich an jeden Strohhalm geklammert, der sich bietet. Und wer irgendwann wieder groß werden möchte, der muss zunächst klein wieder anfangen. 

Ist der Neustart gescheitert, sobald ein Fall von Covid-19 an Bord auftritt? Ist die Kreuzfahrtbranche dann am Ende? Ich bin kein Hellseher, aber ich bin mir sicher: Es wird Fälle von Covid-19 an Bord geben. Ein Gesundheitsfragebogen und die Messung der Körpertemperatur können nicht verlässlich ausschließen, dass Menschen mit akuter Infektion an Bord gehen. Wenn nun aber die (Abstands-)Bedingungen an Bord so sind, dass die infizierte Person eigentlich niemand anderen anstecken kann, dann sollte es auch nicht zu einem größeren Ausbruch kommen. 

Wir müssen lernen, einigermaßen entspannt damit umzugehen, wenn es Covid-19-Fälle gibt. Wir – und vor allem aber die Medien. Vereinzelte Fälle – selbst auf einem Kreuzfahrtschiff – sind nicht die Katastrophe, die manche Medien dann vielleicht herbei schreiben möchten. Wer als Reederei jetzt startet, hat andere Bedingungen geschaffen an Bord, die nicht zu vergleichen sind mit der Zeit, als die Pandemie begann. Also – TUI Cruises – alles Gute für den Neustart heute! 

(aus dem Morrletter)

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